Esa-Pekka Salonen

Dirigent und Komponist Esa-Pekka Salonen ist seit 2008 Chefdirigent und künstlerischer Berater des Philharmonia Orchestra London und seit 2003 künstlerischer Leiter des Baltic Sea Festival. Nach 17 Jahren an der Spitze als Musikdirektor, hält er auch seit 2009 den Titel des Ehrendirigenten der Los Angeles Philharmonic.

Esa-Pekka Salonen – Celebrating 30 years conducting the Philharmonia Orchestra

In this film, Philharmonia members past and present tell the story of how a last-minute decision by the Orchestra's management 30 years ago ignited what would go on to be a long-lasting relationship between Esa-Pekka Salonen and the Philharmonia, firstly as Principal Guest Conductor, and, since 2008, as Principal Conductor and Artistic Advisor.

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Salonens Ernennung als Chefdirigent des Philharmonia Orchestra festigt eine Beziehung, die schon seit über 25 Jahren besteht. Im September 1983 hatte er sein Londoner Debüt als Dirigent im Alter von 25 Jahren mit dem Philharmonia Orchestra, als er in letzter Minute eintrat, um eine mittlerweile legendäre Aufführung von Mahlers Sinfonie Nr. 3 zu führen. Er übernahm die Position des Ersten Gastdirigenten, die er von 1985-1994 einhielt, und ist seitdem zurückgekehrt um das Orchester auf einer regelmäßigen Basis zu leiten. Einige der ehrgeizigsten und wichtigsten Projekte des Philharmonia während dieser Zeit, von Clocks and Clouds (Ligeti, 1996) bis Related Rocks (Magnus Lindberg, 2001-2), fanden unter seiner künstlerischen Leitung statt.

In seiner ersten Saison als Chefdirigent in 2008, entwickelte und leitete er das City of Dreams Projekt, eine neun Monate lange Erkundung der Wiener Musik und Kultur zwischen 1900 und 1935, die in 18 europäische Städte gereist ist. Mit dem Philharmonia Orchestra und in anderen Projekten hat sich Esa-Pekka Salonens Arbeit konsequent auf Multi-Kunstform Kollaborationen, künstlerischer Exzellenz und reichen Lernmöglichkeiten, sowie der Wiederentdeckung und Wiederbelebung älterer Musik für unsere Zeit konzentriert.

Für die 2011/12 Saison setzt er seine künstlerische Odyssee mit dem Philharmonia Orchestra fort, durch Aufführungen von Bartóks Herzog Blaubarts Burg in Zusammenarbeit mit dem Video Kollektiv Yeast Culture als Teil des Projekts Höllischer Tanz: In der Welt des Béla Bartók, (angefangen im Januar 2011). Mit 20 Konzerten in 11 europäischen Städten, wird das Projekt das Leben, die Einflüsse und die Musik von Béla Bartók erforschen.

Auch in dieser Saison des jährlichen Baltic Sea Festival, welches berühmte Orchester, Dirigenten und Solisten einlädt um die Einheit und ein ökologisches Bewusstsein unter den Ländern rund um die Ostsee zu fördern, ehrt Esa-Pekka Salonen sein reiches künstlerisches Erbe in Skandinavien durch die Programmierung und die Zusammenarbeit mit den höchsten künstlerischen Institutionen der Region. Seit ihrer Gründung waren, unter anderem, das Finnish Radio Symphony Orchestra (wo er sein Debüt als Dirigent in 1979 gab), das Helsinki Philharmonic, das Swedish Radio Symphony Orchestra (wo er von 1985 bis 1995 als Chefdirigent tätig war) und das Helsinki Festival (von dem er in den Jahren 1995 und 1996 künstlerischer Leiter war).

Zu Beginn der Saison 2010/11 begann Esa-Pekka Salonen eine Residenz bei dem Konzerthaus Dortmund. Das Projekt "Expedition Salonen" webt sein Leben als Dirigent, Komponist und Schöpfer in das Gewebe des künstlerischen Lebens des Konzerthauses Dortmund über drei aufeinander folgende Saisons. Nach erfolgreichen Installationen in London, Leicester und Lissabon, war das interaktive Projekt RE-RITE in Dortmund im Oktober/November 2011 ansässig. Die preisgekrönte digitale Installation von Strawinskys Le Sacre du Printemps wurde mit dem Philharmonia Orchestra erstellt und präsentierte Esa-Pekkas Engagement für Technologie, digitale Plattformen und Öffentlichkeitsarbeit.

Während Salonens Zeit mit dem Los Angeles Philharmonic, wo er von 1992 bis 2009 Musikleiter war, und 2009 die Position des Ehrendirigenten akzeptierte, reichen seine Beiträge weit über Abonnement-Konzerten und internationalen Tourneen. Die Entstehung von vielen einzigartigen Festivals und Kooperationen entstanden unter seiner Führung wie zum Beispiel sein Tristan Projekt in Zusammenarbeit mit Peter Sellers und bildendem Künstler Bill Viola (2007), eine Produktion von Saint François d'Assise bei den Salzburger Festspielen (1992), und ein Strawinsky Festival zusammen mit Pierre Boulez am Théâtre du Châtelet in Paris (1996). Im November/Dezember 2011 wird Salonen zum LA Philharmonic zurückkehren und die Weltpremiere der kürzlich entdeckten Schostakowitsch Oper Orango dirigieren.

Salonens Opernarbeit geht auch weit über die Grenzen des konventionellen Repertoires und erstreckt sich von Wagner bis Saariaho. Er hat in den weltweit größten Häusern dirigiert, wie dem Teatro alla Scala, Royal Opera House Covent Garden und der Metropolitan Opera, unter anderen. Seine orchestralen Gastauftritte sind auch vielfältig und beinhalten regelmäßige Auftritte mit den Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (SOBR) und dem Norddeutschen Rundfunk Sinfonieorchester (NDR) in Europa sowie dem Chicago Symphony Orchestra und New York Philharmonic in den USA.

Als Komponist werden Salonens Werke regelmäßig auf der ganzen Welt aufgeführt und ausgestrahlt; Floof und LA Variations haben sich als moderne Klassiker etabliert. Drei große Retrospektiven seines Werkes (kürzlich beim Festival Présences Paris, im Februar 2011, bei dem Stockholm International Composer Festival im Oktober 2004 und bei Musica Nova, Helsinki, im März 2003) wurden vor ausgefüllten Konzerthallen präsentiert und von der Kritik gefeiert. Er hat mehrere Werke für Symphonieorchester geschrieben: Foreign Bodies (2001), vom Finnish Radio Symphony Orchestra beauftragt, Insomnia (2002), von Suntory Hall, Tokio und Norddeutscher Rundfunk, Hamburg zusammen beauftragt, Wing on Wing (2004), das in der Walt Disney Concert Hall im Juni 2004 uraufgeführt wurde und ein Geschenk des Komponisten an die Los Angeles Philharmonic zu Ehren ihrer neuen Halle war. Im Februar 2007 dirigierte Salonen das New York Philharmonic in der Uraufführung seines Klavierkonzerts, das Yefim Bronfman gewidmet ist, der es auch erstaufgeführt hat. Dieses Konzert wurde gemeinsam von der New York Philharmonic, BBC, Radio France und NDR Hamburg in Auftrag gegeben. Im April 2009 wurde sein Violinkonzert, das für Leila Josefowicz geschrieben wurde, in Los Angeles uraufgeführt. Für diese Arbeit erhielt Salonen den 2012 University of Louisville Grawemeyer Preis für Musik Komposition.

Die Musik von Esa-Pekka Salonen wird ausschließlich von Chester Music veröffentlicht. Eine CD mit fünf Orchesterwerken ist auf Sony erhältlich. Deutsche Grammophon veröffentlichte eine Porträt-CD seiner Orchesterwerke unter der Leitung des Komponisten von dem Finnish Radio Symphony Orchestra aufgeführt, sowie eine CD mit Salonens Klavierkonzert und seinen Werken Helix und Dichotomie. Die zweite Platte mit dem Los Angeles Philharmonic und Yefim Bronfman (der auch das Klavierkonzert im Februar 2007 in New York uraufgeführt hat), wurde für einen Grammy im November 2009 nominiert. Salonens jüngste Arbeiten wurden im Rahmen des Présences Festival in Paris im Februar 2011 in Auftrag gegeben – Dona Nobis Pacem für einen unbegleiteten Kinderchor und ein neues Werk für Orchester namens Nyx. Nyx wird auch weitere Aufführungen genießen durch seine Auftragspartner Carnegie Hall, dem Atlanta Symphony Orchestra, dem Barbican Centre und dem Finnish Radio Symphony Orchestra, vor der Herausgabe der Aufnahme im Jahr 2012.

Zusätzlich zu den Aufnahmen seiner eigenen Kompositionen hat Esa-Pekka Salonen eine beträchtliche Diskographie. Mit dem Partner-Label Signum des Philharmonia Orchestra wurde im September 2009 eine neue Zusammenarbeit ins Leben gerufen mit der Veröffentlichung einer Live-Aufnahme von Schönbergs Gurrelieder; andere aktuelle und zukünftige Aufnahmen mit dem Philharmonia auf Signum sind die Symphonie Fantastique von Berlioz und Mahlers 6. und 9. Sinfonie. Zu Salonens jüngsten Veröffentlichungen bei Deutsche Grammophon gehören eine DVD von Kaija Saariaho Oper L'Amour de loin (mit der Finnish National Opera) sowie zwei CDs mit Hélène Grimaud mit Werken von Pärt und Schumann. Seine erste Aufnahme mit dem Los Angeles Philharmonic für Deutsche Grammophon (Strawinskys Le Sacre du Printemps - die erste CD-Aufnahme in der Walt Disney Concert Hall) wurde im Oktober 2006 veröffentlicht und für einen Grammy im Dezember 2007 nominiert. Sony Classical hat ein breites Repertoire aufgenommen, von Mahler und Revueltas bis Magnus Lindberg und seine eigenen Werke.

Salonen ist der Empfänger von vielen wichtigen Auszeichnungen, darunter dem UNESCO Rostrum Preis für seine Komposition Floof im Jahre 1992 und dem Siena Prize von der Accademia Chigiana in 1993; er ist der erste Dirigent der jemals diesen Preis erhielt. Im Jahr 1995 wurde er mit dem Opera Award der Royal Philharmonic Society ausgezeichnet, und er erhielt den Society’s Conductor Award in 1997. Im Jahr 1998 verlieh ihm die französische Regierung den Rang eines Officier de l'ordre des Arts et des Lettres. Im Mai 2003 erhielt er einen Ehrendoktor der Sibelius Akademie in Finnland. Er gewann die Helsinki-Medaille im Jahr 2005. Musical America benannte Salonen "Musiker des Jahres" in 2006. Im Juni 2009 empfing Salonen die Würde eines Ehrendoktors von der Hong Kong Academy of Performing Arts. Er wurde als Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences im April 2010 gewählt und erhielt weitere Ehrendoktorwürden von der University of Southern California im Mai 2010 und dem Royal College of Music in London im Mai 2011.

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